Eric Tschöp im Gespräch zum Lärmschutz in Bobenheim-Roxheim

Die Mechanischen Werkstätten Pfeifer waren der perfekte Veranstaltungsort für das Treffen mit dem Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl. Denn an dem Abend mit dem Schallschutzingenieur Eric Tschöp stand der Lärmschutz im Zentrum. Die Mechanischen Werkstätten als Wohn- und Arbeitsort vereinen die Komplexität der Problemlage: Sie verbinden Wohnraum und gewerbliche Nutzung und liegen im vom Verkehrslärm der Bahn und der Landesstraße 523 betroffenen Ortsteil Bobenheim.

Eric Tschöp klärte eingangs über die bestehende Rechtslage in Deutschland und der Europäischen Union auf. Neu für die zahlreichen Anwesenden war schon die Basisinformation, dass für Verkehrslärm andere, großzügigere Grenzwerte gelten als für Gewerbelärm. Zusätzlich zum von der Gemeinde zurzeit ausliegenden „Lärmaktionsplan“ analysierte er mit den Anwesenden auch die Lärmkartierung für Schienenwege und klärte auch über deren Zustandekommen auf. Beide Kartierungen liegen als energetische Mittelwerte für die Nacht (Pegelwerte Ln) und als gewichtete 24-Stunden-Werte (Lden) vor.

Schall wird in Dezibel dB(A) gemessen. Da unser Gehör Töne unterschiedlicher Frequenz als verschieden laut empfindet, werden die Schallsignale im Messgerät so gefiltert dass die Eigenschaften des menschlichen Gehörs nachgeahmt werden. Man spricht dann von einer sogenannten A-Bewertung, kurz dB(A). Die Dezibel-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Ein Schalldruckpegel von Null dB(A) entspricht der Hörschwelle, 120 dB(A) der Schmerzgrenze, bei ca. 140 dB(A) platzt das menschliche Trommelfell.

Die Analysen der vorliegenden Lärmkartierungen ergaben klar, dass die Temporeduktion auf der L523 das einzig wirksame Mittel für Lärmreduktion in Bobenheim und Roxheim ist. Wenn die Tempobegrenzung auf der L523 am Roxheimer Ortsteil von 70 auf 50 km/h reduziert und durch flankierende Maßnahmen für eine tatsächliche Geschwindigkeitsabnahme gesorgt wird, sinkt die Belastung um ca. 2 dB(A). Im Ortsteil Bobenheim bringt eine Reduktion von 50 auf 30 km/h sogar 2-3 dB(A). Zusätzlich können alle Autofahrer beim Reifenkauf auf den „Blauen Engel“ für lärmarme Reifen achten – oder am besten das Auto ganz stehen lassen. Innerörtlicher Radverkehr macht den Fahrer fit und schont das Trommelfell des Nachbarn.

Bei der genauen Betrachtung der bekannten Straßenverkehrsanalysen wird auch eine Umgehungsstraße für die Anwohner der L523 keine Lärmreduktion bringen. Der Ortsverband setzt sich daher mit den Parteikollegen in Mainz weiterhin mit Nachdruck für die Temporeduktion auf der Landesstraße ein.

Keine gemessenen oder gerechneten Pegelwerte lagen am Freitagabend für den vom Wormser Flugverkehr verursachten Fluglärm vor. So analysierte der Fachmann die von Anwesenden beschriebenen Belästigungen und klärte über rechtliche Handhabe und Ohnmacht auf. Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen besteht nach dem Fluglärmschutzgesetz grundsätzlich nur für schutzbedürftigen Wohnraum (Schlafräume, Wohnzimmer, Wohnküche), nie für den Garten oder nicht schutzbedürftige Räume wie Bad oder Treppenhaus.

Rechtlicher Anspruch auf Schallschutz führt im Falle von Fluglärm üblicherweise maximal zur Kostenerstattung von Schallschutzfenstern. Es kann unter Umständen aber eine Entschädigung für die eingeschränkte Nutzbarkeit des Gartens eingefordert werden. Grundsätzliche Vermeidung der Fluglärmbelästigungen in der Gemeinde kann nur die Schließung des Flughafens oder die volle Verlagerung der Flugkurve in den Luftraum über Worms bringen.

Die anwesenden Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen waren sich einig, dass die Zulassungen von Regional-Flugplätzen im Landtag überprüft gehören. Ebenso soll die Frage geklärt werden, ob Hobbyflugplätze nicht unter die Sportanlagenlärmschutzverordnung fallen oder fallen sollten, denn das Fluglärmschutzgesetz hat leider auf den Flugbetrieb auch keinen Einfluss.


Nach drei Stunden intensivem Gespräch, sachlicher Diskussion, wärmendem Teegenuss stiegen die Anwesenden dankbar und ein Stückchen klüger in die Bahn und auf ihr Fahrrad. Eric Tschöp hat mit seinem Fachwissen die Bobenheim-Roxheimer ein Stück souveräner gemacht. 

Text: Anne Richter / Bilder: Alban Pfeifer (OV Bobenheim-Roxheim)

Für ein friedliches, grünes 2016

Frankenthaler Neujahresempfang mit überregionalen Gästen


Der gemeinsame Neujahresempfang der Bündnis90/Die Grünen Ortsvereine von Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und Lambsheim stieß auf reges Interesse. Der Direktkandidat für die Landtagswahl Eric Tschöp sowie die Spitzenkandidaten und MdL Anne Spiegel und Daniel Köbler betonten in ihren Reden die Aufgaben, die das Jahr 2016 bringen wird, und stellten persönlich dar, wo der jeweilige Schwerpunkt der Arbeit liegt.

Im gut gefüllten Saal von „Gleis 4“ fanden sich nicht nur Parteivertreter und Bürger aus den einladenden Gemeinden sondern auch Interessenten aus Bad Dürkheim, Neustadt/Weinstaße und Römerberg. Eric Tschöp legt in seiner Ansprache einen Schwerpunkt auf den Ausbau des Radverkehrs in Frankenthal und Umgebung. Er und seine Partei werden sich verstärkt für ein fahrradfreundliches Frankenthal und einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr einsetzen.

Daniel Köbler wünschte im Name der Landtagsfraktion ein friedvolles Jahr 2016. Er stehe mit seiner Arbeit für eine weltoffene, tolerante und friedliche Gesellschaft und freue sich, dass im letzten Jahr die Friedensakademie Rheinland-Pfalz ihre Arbeit aufgenommen hat. Er appellierte an alle sich deutlich für Frieden einzusetzen. Die globale Verantwortung beginne Vorort. Das beziehe auch „den Schutz von Frauen vor sexualisierter Gewalt ein“.

Anne Spiegel betonte als flüchtlingspolitische Sprecherin der Fraktion die großen Aufgaben, die das Land im letzten Jahr in diesem Bereich meisterte. Sie wird sich weiterhin für die Integration der Flüchtlinge einsetzen, denn sie „werden länger bei uns bleiben, als sie selber jetzt hoffen“. Konkret wird sie sich für mehr Sprachkurse und mehr sozialer Wohnungsbau im Land einsetzen.

Im Anschluss an die Ansprachen diskutierten die Anwesenden in kleinen Runden noch konkrete Schritte für das kommende Jahr mit den Vertretern aus dem Landtag und den Kollegen der anderen Gemeinden.

Cryptoparty im Dathenushaus am 15. Oktober 2015 ab 19 Uhr

Großen Zuspruch fand die Cryptoparty der Grünen Frankenthal am 15. Oktober 2015 im Dathenushaus. Mit ca. 40 Teilnehmern war der kleine Saal dicht besetzt.

Pia Schellhammer (datenschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag) informierte über politische Aspekte zur Datensicherheit, u.a. über Anbieter im Internet, die besonders viele persönliche Daten ihrer Nutzer ermitteln und diese auch zu Werbezwecken weiterverkaufen.

Simon Sander (Student der Nachrichtentechnik, Grüne Jugend Kaiserslautern) und Oliver Petter (Student der Sozioinformatik) informierten darüber, welche technischen Möglichkeiten es heute gibt, scheinbar harmlose Daten so zu verknüpfen, dass persönliche Informationen über den jeweiligen Nutzer abgeleitet werden können - beispielsweise können aus den "Likes" bei facebook Rückschlüsse über die Persönlichkeit des Nutzers gezogen werden.Pia Schellhammer und Simon Sander bei der Cryptoparty

Ferner wurde über Möglichkeiten zum sicheren Surfen und zur Datenverschlüsselung informiert. Wichtig ist für Smartphone-Nutzer hier, dass die auf dem Handy installierten Apps fleißig Daten "nach draußen" senden und bei der Auswahl und Installation von Apps eine bewusste Entscheidung getroffen werden sollte. Die Datenflut, die teilweise von Apps an den App-Anbieter oder andere übermittelt wird, macht es fast unnötig, ein Handy zu "hacken".

Leider ließ sich aus technischen Gründen das "Live-Hacking" von Handys sowie die Erstellung von Crypto-Keys nicht realisieren. Wegen des großen Zuspruchs ist geplant, eine ähnliche Veranstaltung voraussichtlich im kommenden Frühjahr durchzuführen, bei der dies möglich sein soll.